
Prof. Dr.-Ing. Hans D. Schotten
Projekt-Koordinator für das Open6GHub Forschungsprojekt
Open6GHub+ bündelt anwendungsnahe Forschung entlang klar definierter Missionen. Jede Mission adressiert konkrete technologische, gesellschaftliche und regulatorische Herausforderungen und verfolgt das Ziel, Forschungsergebnisse in messbare Fortschritte und nachhaltige Wirkung zu überführen.
Der Erfolg zukünftiger Mobilfunkgenerationen hängt entscheidend von geeigneten regulatorischen Rahmenbedingungen ab. Wir erarbeiten wissenschaftlich fundierte Grundlagen zur Bewertung elektromagnetischer Felder (EMF), zur effizienten Nutzung von Frequenzressourcen sowie zur Sicherheit und Resilienz zukünftiger 6G-Netze. Damit unterstützen wir eine souveräne europäische Position in internationalen Regulierungs- und Standardisierungsgremien.
Innovationen müssen frühzeitig erprobt und vergleichbar bewertet werden. Deshalb entwickeln wir eine offene, modulare Test- und Evaluierungsplattform für zukünftige Radio Access Network (RAN) Technologien. Diese Umgebung ermöglicht es Forschungseinrichtungen und Industriepartnern, neue Ansätze gemeinsam zu entwickeln, zu vergleichen und unter realitätsnahen Bedingungen zu evaluieren.
Private Mobilfunknetze werden zu einem zentralen Baustein der digitalisierten Wirtschaft. Wir entwickeln offene, modulare und skalierbare 6G-Campusnetze, die den Anforderungen von Industrie, Logistik, Forschungseinrichtungen und öffentlichen Betreibern gerecht werden. Ziel ist es, praxisnahe Referenzarchitekturen und Blueprints für den breiten Einsatz souveräner 6G-Netze zu schaffen.
Modem- und Chiptechnologien sind das Fundament zukünftiger Kommunikationssysteme. Um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren, entwickeln wir Konzepte und Roadmaps für ein intelligentes europäisches 6G-Funkmodem. Gleichzeitig fördern wir ein offenes Innovationsökosystem, das Forschung, Industrie und Technologieanbieter zusammenbringt.
Energieversorgung, Verkehr, Gesundheitswesen und öffentliche Sicherheit sind auf hochverfügbare Kommunikationsnetze angewiesen. Wir erforschen resiliente 6G-Netze, die auch unter extremen Bedingungen, bei Naturkatastrophen oder großflächigen Störungen zuverlässig funktionieren und die Handlungsfähigkeit kritischer Infrastrukturen sichern.
Die Zukunft der Kommunikation endet nicht am Horizont. Wir erforschen integrierte 3D-Netzarchitekturen, die terrestrische Mobilfunknetze, luftgestützte Plattformen und Satellitensysteme verbinden. Ziel ist eine nahtlose, zuverlässige und globale Konnektivität für Menschen, Maschinen und digitale Dienste.
6G eröffnet neue Möglichkeiten – aber auch neue Angriffsflächen. Wir entwickeln Testumgebungen, Sicherheitskonzepte und Bewertungsmethoden, mit denen sich die Vertrauenswürdigkeit zukünftiger Kommunikationssysteme transparent analysieren und validieren lässt. Damit schaffen wir die Grundlage für sichere digitale Infrastrukturen.
Die Komplexität zukünftiger Kommunikationssysteme erfordert neue Formen der Automatisierung. Wir erforschen, wie generative und hybride KI-Verfahren den Betrieb, die Optimierung und die Weiterentwicklung von Netzen unterstützen können. Ziel sind adaptive, effiziente und weitgehend selbstorganisierende 6G-Systeme.
6G ermöglicht neue Formen digitaler Dienste, die ihre Umgebung verstehen und sich dynamisch an Nutzer und Situationen anpassen. Wir entwickeln offene Frameworks und Entwicklungsplattformen, mit denen sich solche kontextbezogenen Anwendungen effizient entwerfen, testen und in reale Einsatzumgebungen überführen lassen.

Projekt-Koordinator für das Open6GHub Forschungsprojekt

Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz GmbH