Programmierbare Infrastruktur

Ein 6G-Netz wird die statische Partitionierung von Funktionalität (in RAN/Access/Core etc.) überwinden und Funktionen dort erbringen, wo sie tatsächlich benötigt werden. Hierbei werden die verfügbaren HW Ressourcen berücksichtigt werden. Dabei werden Anwendungs- wie Netzfunktionen (z.B. Game-Server vs. AAA) einbezogen und eine kontinuierliche, agile Adaption an sich ändernde Last-/Dienstanforderungen wie Infrastrukturverfügbarkeit berücksichtigt. Daraus entsteht ein “organisch wachsendes” dezentrales, robustes, skalierbares – und damit evolutionäres – 6G-System. Diese Vision einer solchen “organischen Infrastruktur” benötigt u.a. die Fähigkeit, zwischen verschiedenen Varianten einer Funktionalität zu vermitteln, um diese zu nutzbringenden Gesamtdiensten zu verbinden, und dabei die Anforderungen des Datenpfades zu unterstützen. Funktionen können von sehr schlank und zustandslos bis zu komplex-zustandsbehaftet reichen, die heterogen in Dienste verbunden werden, mit unterschiedlichen Anforderungen an Management (z.B. Starten neuer Instanzen vs. Zustandsmigration).

Entscheidungen können auch dezentral fallen. Eine tiefere Integration von (klassischen) Radio-, Kern- und Nutzerfunktionen öffnet zudem reichhaltige Datenquellen für KI/ML-Verfahren, die in Datenpfadprozessen (“linerate inference”) wie in Management-Prozesse (z.B. Rekonfiguration von Services bei Wechsel der Handover-Strategie) eingebunden sind. Zur Entwicklung und zum Betrieb eines solchen, einer kontinuierlichen Evolution unterworfen Systems sind die Ideen von DevOps und Web-Scale Software Engineering in ein „network scale DevOps” (z.B. Parallelbetrieb verschiedener Versionen, “Continuous Fault Injection” für Robustheit) weiterzuentwickeln.